Gelebte Inklusion bei der Wiederherstellung

Seit beinahe 50 Jahren bietet der Mosaik-Unternehmensverbund Menschen mit Behinderungen eine berufliche Perspektive mit individuellen Entwicklungsmöglichkeiten und darauf abgestimmten Karrierewegen. Im Vordergrund steht stets das Ziel, Menschen mit Behinderungen zu noch mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität zu verhelfen.

Das Arbeiten auf dem freien Gelände des Königlichen Weinbergs, der Umgang mit Pflanzen sowie die Möglichkeit, Beschäftigung mit unterschiedlichen Ansprüchen in der Gruppe (Teamarbeit) oder allein (Einzelarbeitsplatz) auszuüben, eröffnet grundsätzlich ein umfangreiches Spektrum therapeutischer, fördernder und weiterbildender Maßnahmen – insbesondere für Menschen, die geschlossene Räume oder Unruhe als hohe Belastungsfaktoren wahrnehmen,denn die Arbeit in der Natur erlaubt eine Auseinandersetzung mit verschiedensten elementaren Gegebenheiten und dadurch eine erhebliche Schulung und Einübung der Sinne und Reaktionsfähigkeit.

Neben dieser fördernden Auseinandersetzung mit den Elementen und unterschiedlichen Arbeitsmethoden erlaubt die Arbeit im Freien, speziell auf dem Königlichen Weinberg, eine Anleitung in einem zugleich offenen und trotzdem geschützten Areal. Die Kultivierung des Weines und Obstes in dieser historischen Nutzgärtnerei macht einen sehr hohen Anteil manueller Tätigkeit erforderlich (Unkraut jäten, Rebstock- und Obstbaumschnitt, Anspalieren und Formerziehung der Obstgehölze, Rasenpflege sowie Ernte). Für diese, auf die historischen Gegebenheiten Rücksicht nehmende, Bewirtschaftung gibt es keine Möglichkeit der konsequenten Technisierung bzw. des Maschineneinsatzes.

Unter dieser Vorgabe lässt sich der auf eine Tätigkeit von Menschen mit Behinderung hin ausgerichtete Ansatz mit dem Blick auf eine ökologische Bewirtschaftungsweise erweitern. So kann beispielsweise aufgrund der Anreicherung des Bodens mit Gründünger und Kompost auf Herbizide und Fungizide verzichtet werden. Die Pflanzreihen werden den Örtlichkeiten und dem Denkmal angepasst und nicht auf einen hohen Ertrag hin ausgerichtet. Dadurch ergibt sich ein klarer Unterschied zu heute gängigen Bewirtschaftungsformen und den daran geknüpften Ertragsanforderungen. Diese Besonderheiten sind sowohl ein Qualitätskriterium des produzierten Obstes als auch ein zusätzlicher Vermarktungsvorteil.

Diese kulturell und gesellschaftlich wichtige Aufgabe, die von Menschen mit Behinderungen wahrgenommen wird, sowie der direkte Kontakt mit den Besuchern des Parks Sanssouci ist gelebte Inklusion.

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