Vision 2019

 

Terrasse mit Talutmauern

 

Im Jahre 2019 feiert der Weinberg auf dem Klausberg sein 250-jähriges Bestehen. Mittlerweile erstrahlt das Belvedere in seiner einstigen Pracht und bietet den Besuchern einen imposanten Blick über den Park Sanssouci und die Potsdamer Kulturlandschaft. Auch das benachbarte Drachenhaus – einst als Winzerhaus geplant – lädt besonders in den Sommermonaten zum Verweilen und Speisen ein. Nun gilt es, im Hinblick auf dieses Jubiläum den eigentlichen Bezugspunkt dieser beiden Häuser wiederherzustellen – den Königlichen Weinberg.

In gemeinsamer Partnerschaft möchten die Mosaik-Werkstätten für Behinderte und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) diese einstige Nutzgärtnerei Friedrichs des Großen wiederherstellen, diese rekultivieren und als eine Art Museumsgarten bewirtschaften. Ziel ist es die Besucher über historische und heutige Anbauverfahren zu informieren und ihnen historische und moderne Obst- und vor allem Rebsorten näherzubringen, deren Früchte oder daraus gefertigten Produkte sie sogar erwerben können.

Zunächst steht die Sanierung und Rekonstruktion des alten westlichen Heizhauses an, deren Kosten auf rund 250.000 Euro geschätzt werden. Seit dem Jahre 2012 beherbergt der Bau die Dauerausstellung mit dem Titel „Friedrichs Traum von einem Weinberg“. In der Saison von Mai bis Oktober können sich interessierte Besucher hier über die Geschichte des Weinberges informieren. Ergänzend dazu werden temporäre Kleinausstellungen zu aktuellen Themen vertiefende Kenntnisse vermitteln.

Künftig wird das Heizhaus als eine Art Informationszentrum und Hofladen fungieren. In diesem sollen ausgewählte Produkte des Königlichen Weinberges sowie der Mosaik-Werkstätten und der SPSG verkauft werden. Die Nebenräume des Heizhauses werden wie in der Kaiserzeit den Gärtnern zur Unterkunft und zur Materiallagerung dienen.

 

Heizhaus 2008     SONY DSC

 

Innerhalb der Lepère‘schen Mauern wird im Jahre 2013 eine Freispalieranlage errichtet. Gemäß dem historischen Vorbild wird sie eine Höhe von 1,20 Metern besitzen und in Form von Waagerecht-Palmetten mit Apfel- und Birnenbäumen historischer Sorten bepflanzt. Künftig sollen die Besucher die Möglichkeit erhalten, sich über die verschiedenen Spalierformen und Obstsorten der damaligen Zeit zu informieren. Um die Quartiere der Lepère’schen Mauern wieder komplettieren zu können, ist ein Investitionsvolumen von rund 11.000 Euro notwendig. Vor den Lepère‘schen Mauern entsteht in den kommenden Jahren ein Lehrpfad für historische Weinsorten. Im Hinblick auf die Einrichtung dieses Pfades wurde die Außenmauer der Anlage bereits 2008 denkmalgerecht mit einem Spalier versehen. Sukzessive wird dieses Spalier nun mit Nachzüchtungen der an den Talutmauern wiederentdeckten alten Rebstöcke der Sorten „Trollinger“, „Black Hamburg“ oder „Agostenga“ bepflanzt. Aber auch die neueren Sorten wie „Regent“, „Phoenix“, „Pinotin“ oder „Solaris“ werden hier ihren Platz finden und somit das komplette Rebsortenspektrum auf dem Klausberg abbilden.

Ziel ist, bis zum Jahre 2019 auch die alten Talutmauern zu sichern, zu sanieren und mit Spalieren zu versehen. Dabei gilt es nicht nur die historische Bausubstanz, sondern möglichst auch die noch vorhandenen Rebstöcke aus der Kaiserzeit zu erhalten. Ergänzt würden diese dann mit Rebstöcken moderner Sorten wie beispielsweise „Regent“ und „Cabernet Blanc“. Darüber hinaus sollen Teile der Talutmauern mit „Lazaroläpfeln“ (Crataegus azarolus) bepflanzt werden. Bereits zu Zeiten Friedrichs des Großen wusste man diese ursprünglich aus der Mittelmeerregion stammende Weißdorn-Verwandte zu schätzen, deren kleine orangefarbenen Früchte – außer dem Geschmack – nichts mit einem Apfel gemein haben. Heute ist diese Frucht in Deutschland eher selten geworden. Im Unterschied zu Friedrichs Zeiten ist vorgesehen, auch die Terrassenflächen zwischen den Treibmauern mit Freispalieranlagen für den Weinbau zu nutzen. Schrittweise sollen diese, je nach Bauzustand, mit etwa 4.600 Rebstöcken bepflanzt und in klassischer „Guyot-Form“ erzogen werden. Ob die einstigen Talutmauern wieder nach historischem Vorbild verglast werden, hängt nicht zuletzt von der Finanzierbarkeit dieser Konstruktionen ab.

 

SONY DSC    Gewächshaus 2008

Auch die Rekonstruktion des Wein- und Pfirsichhauses aus der Kaiserzeit ist wünschenswert und soll im Jahre 2019 abgeschlossen sein. Ziel ist es jedoch nicht unbedingt alle drei Treibhäuser wiederentstehen zu lassen, sondern lediglich das noch Vorhandene zu rekonstruieren. Die Fundamente der beiden anderen Häuser werden in der Folge freigelegt und und nach derzeitiger Planung für einen Kräutergarten genutzt. Das östliche Kesselhaus soll in diesem Zusammenhang gesichert und die darin noch befindlichen Kessel aus der Zeit um 1900 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

 

Die Erhaltung und Wiederherstellung dieser historischen Anlagen wäre wichtig, um auch künftigen Generationen etwas von der königlichen Hofhaltung zu vermitteln und gleichzeitig für Menschen mit Behinderungen ein weiteres Tätigkeitsfeld zu erschließen. Zur Finanzierung dieser baulichen und gärtnerischen Maßnahmen setzen die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg sowie die Mosaik-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen vor allem auf die Spendenbereitschaft von engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie von Unternehmen.

So ehrgeizig die Pläne auch sind – mit Ihrer Hilfe ist die Realisierung dieser Vision möglich! Wie sie helfen können, erfahren Sie ebenfalls auf dieser Internetpräsenz. [mehr]

 

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